
Wissenschaftliche und machtkritische Begleitung
Neue Perspektiven für die eigene Praxis
Im Projekt ist es uns wichtig praxisnahe Methoden der politischen Bildungsarbeit mit jungen Geflüchteten zu erproben sowie unsere eigene Arbeit auf struktureller Ebene kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Deshalb wird das Projekt wissenschaftlich und machtkritisch begleitet. Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse zu Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Machtverhältnisse und Partizipation einzubeziehen, blinde Flecken in der Projektgestaltung zu identifizieren und Projektaktivitäten möglichst diskriminierungssensibel zu gestalten.
Die begleitenden Prozesse fördern nicht nur die Qualität der Projektaktivitäten, sondern unterstützen auch die Reflexion institutioneller Strukturen sowie eine bewusste und gleichberechtigte Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den internationalen Organisationen.
Zwei externe Teams unterstützen uns dabei:
Wissenschaftliche Begleitung:
Die wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Dr. Susanne Spindler und Dr. Sara Madjlessi-Roudi von der Hochschule Düsseldorf stellt sicher, dass zentrale Fragestellungen systematisch und theoriegeleitet bearbeitet werden. Ihre Prozessbegleitung unterstützt die kontinuierliche Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Projekts. Im Fokus stehen u. a. folgende Fragen:
- Welche Angebote sind für geflüchtete Jugendliche in der politischen Bildung attraktiv?
- Wie können diese Angebote so gestaltet werden, dass sie Selbstwirksamkeit und konkrete politische Teilhabe ermöglichen?
- Welche strukturellen Voraussetzungen (z. B. auf organisatorischer oder gesellschaftlicher Ebene) braucht es, damit geflüchtete Jugendliche überhaupt selbstwirksam handeln können?
- Inwiefern werden politische, historische und gesellschaftliche Kontexte der beteiligten Länder berücksichtigt? Welche Themen und Perspektiven sind eventuell unterrepräsentiert?
- Welche Netzwerke und Bündnisse sind notwendig, um nachhaltig mit jungen Geflüchteten arbeiten zu können – und wie lassen sich Zugänge zu diesen Strukturen schaffen?
Zur Beantwortung dieser Fragen werden verschiedene wissenschaftliche Erhebungsinstrumente eingesetzt sowie entsprechende Fachliteratur zu Rate gezogen. Die Ergebnisse werden kontinuierlich aufbereitet und mit den Projektbeteiligten reflektiert, um Prozesse gezielt weiterzuentwickeln.
Machtkritische Beratung
Die machtkritische Begleitung durch Dorsa Billstein und Teresa Merz vom Kölner Team der breitblick GmbH ergänzt die wissenschaftliche Perspektive um eine praxisnahe, diskriminierungssensible Beratung der Projektpartner*innen. Ziel ist es, Machtverhältnisse innerhalb des Projekts sichtbar zu machen und mit Blick auf diskriminierungssensible Strukturen zu verändern
Dabei geht es um Themen wie:
- die machtsensible Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit,
- eine diskriminierungssensible Ansprache und Begleitung von Jugendlichen,
- konkrete Wege zur aktiven und gleichberechtigten Mitgestaltung des Projekts durch geflüchtete Jugendliche,
- sowie den Umgang mit Machtasymmetrien zwischen Projektpartnern – etwa im Hinblick auf ungleiche Ressourcenverteilung (z. B. Wissen, Finanzierung, Personal).
Die Beratung erfolgt über individuelle Beratungsformate, Fachkräftetrainings und Workshops – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Wissen teilen – gemeinsam weiterentwickeln
Alle Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung und der machtkritischen Beratung werden abschließend in einer Broschüre veröffentlicht und auf dieser Website bereitgestellt. Unser Ziel ist es, auch andere Organisationen und Fachkräfte, die mit jungen Geflüchteten arbeiten, an den gewonnenen Einsichten und Entwicklungen teilhaben zu lassen.





