
Deutschland
Jugendakademie Walberberg
Die Jugendakademie Walberberg als Ort der Friedensbildung und der Verständigung – die geschichtlichen Wurzeln
Die Jugendakademie Walberberg wurde vor über 60 Jahren gegründet. Viele der Gründungsmitglieder hatten die Zeit des Nationalsozialismus, die Shoa und den Zweiten Weltkrieg selbst erlebt. Damals prägten das Blockdenken und der Kalte Krieg das gesellschaftliche Leben. Gleichzeitig wurden die Vergangenheit, Schuld und Verstrickungen oft verdrängt. Viele Menschen richteten ihren Blick auf eine konsumorientierte Wohlstandsgesellschaft – doch nicht alle, vor allem nicht alle jungen Menschen, konnten daran teilhaben. Zudem zahlte diese Entwicklung einen hohen Preis: die Ausbeutung unserer begrenzten Ressourcen. In den 1960er Jahren gab es viel Protest, Widerstand und Aufbruch.
Diese Bewegung inspirierte auch die Mitglieder der Dominikanischen Frauengemeinschaft und ihren Mentor Dr. Stephan Pfürtner. Sie wollten einen Ort schaffen, an dem junge Menschen kritisch denken können – aus einem christlichen Verständnis heraus und im Dienst des Friedens. Dieser Ort sollte offen für alle jungen Menschen sein. Hier sollten veraltete Strukturen in Politik, Kirche und Gesellschaft hinterfragt und mit neuen Ideen verändert werden können. Von Anfang an war es ein Ziel, internationale Seminare und Projekte anzubieten. So sollten Räume entstehen, in denen internationale Beziehungen auf Respekt und Dialog beruhen. Dort können gemeinsame Perspektiven der Verständigung entstehen.
Heute ist die Jugendakademie Walberberg eine außerschulische Jugendbildungsstätte, die jährlich etwa 100 Bildungsseminare durchführt und auch Gastgruppen als Tagungshaus zur Verfügung steht. Ein Niedrig- und Hochseilgarten sowie eine Kletterwand ergänzen das Angebot um erlebnispädagogische Tagesveranstaltungen.
Die Bildungsthemen der Jugendakademie Walberberg
Die Jugendakademie Walberberg verfolgt von Anfang an das Ziel, junge Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Überzeugungen, Religionen und sozialen Hintergründen zu erreichen. Besonders wichtig ist dabei, auch benachteiligten Jugendlichen die Teilnahme an Bildungsangeboten und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Dafür organisiert die Akademie viele nationale und internationale Seminare, Trainings und Konferenzen. Teilnehmen können junge Menschen und Fachkräfte aus Europa und anderen Teilen der Welt.
Die Bildungsangebote beschäftigen sich mit Themen wie politische Bildung und Demokratie, soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung, religiöse Bildung, Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie diversitätsbewusster Arbeit – besonders im Bereich Flucht und Migration.
Die Jugendakademie Walberberg als ein Bildungsort für eine Auseinandersetzung mit Flucht und Migration
Das Seminarangebot der Jugendakademie Walberberg richtet sich grundsätzlich an alle Jugendlichen – mit und ohne Fluchtgeschichte. Zudem gibt es jedoch auch spezifische Seminarangebote, die entweder explizit geflüchtete Jugendliche ansprechen oder sich thematisch an den Bedarfen von geflüchteten Jugendlichen rund um Selbstrepräsentanz, Empowerment und politische Teilhabe orientieren. So bietet die Jugendakademie z.B. Seminare für internationale Willkommensklassen, Multiplikator*innenseminare für Patenschaften zwischen geflüchteten und nicht-geflüchteten Jugendlichen, Feriencamps für geflüchtete Jugendliche zum Thema Empowerment und politische Partizipation, in welchem das Themenfeld Flucht und Asyl aktiv aufgegriffen wird und die Teilnehmenden über ihre verschiedenen Lebenssituationen, über Perspektiven und auch Hürden im Aufnahmeland miteinander ins Gespräch kommen.
Wir koordinieren das Projekt Empowered by ACTion -civic education crossing borders, weil
…wir neue Impulse für die Professionalisierung unserer politischen Bildungsarbeit mit jungen Geflüchteten aus einer machtkritischen Perspektive erhalten möchten. Dies beinhaltet zum einen die Erweiterung des methodischen Repertoires um neue Methoden aus der kulturellen Bildungsarbeit und zum anderen die Reflexion der Praxis durch eine diskriminierungssensible und empowermentorientierte Brille. Wir erhoffen uns auch die Erweiterung unseres nationalen wie internationalen Netzwerks mit Blick auf die Thematik Flucht und Asyl, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für politische Bildungsarbeit mit der genannten Zielgruppe zu verbessern.





